
Funkraumuhr
Die Aufgaben von Norddeich Radio
Sicherheitsaufgaben zum Schutz des menschlichen Lebens auf See
- Beobachtung der internationalen Seenotfrequenzen
- Leitung des Notverkehrs
- Peilung des Havaristen und der Hilfsfahrzeuge
- Benachrichtigung amtlicher und privater Stellen, die Hilfe leisten oder die Hilfe veranlassen können
- Benachrichtigung von Presse, Rundfunk und Fernsehen
Um auch leise Notrufe hören zu können, gab es die Seenotpausen.
Auf 500kHz (Telegrafie-/Morsefunk) jede Stunde von hh:15 bis hh:18 und hh:45 bis hh:48 (rote Bereiche).
Auf 2182kHz (Sprechfunk) jede Stunde von hh:00 bis hh:03 und hh:30 bis hh:33 (grüne Bereiche).
In dieser Zeit durfte auf der Seenotfrequenz nur Notverkehr abgewickelt werden. Ansonsten galt Funkstille!
Auf der Dritten Internationale Funkkonferenz vom 4. Juni bis 5. Juli 1912 in London, nur Wochen nach dem Untergang der Titanic (am 15. April 1912), wurde vereinbart:
Das Seenotzeichen für Telegrafie-/Morsefunk lautet SOS (im Morsecode ...---... 3xkurz - 3xlang - 3xkurz).
Die Seenotpause wird eingeführt. Jede Stunde 3 Minuten nach der 15ten und 45ten Minute.
Auf der International Convention for the Safety of Life at Sea, 1948 (SOLAS) wurde die Frequenz 2182kHz als Seenotfrequenz für den Sprechfunk festgelegt. Auch hierfür wurden Seenotpausen (grüne Markierung) eingeführt. Das Seenotzeichen im Sprechfunk lautet „MAYDAY“.
Bild:
Funkraum der Saxonia Rufz. DKNB (1979) mit der Funkraumuhr zentral im Blickfeld des Funkers. Die von der Uhr angezeigte Zeit musste einmal täglich mit einem amtlichen Zeitzeichen (z.B. von Norddeich Radio) verglichen und ggf. angeglichen werden.
Vielen Dank an Bernhard S., der dieses Foto auf Facebook eingestellt hat und mir erlaubt, es hier im Museum Norddeich Radio zu nutzen.
