
Entdecken Sie die faszinierende Welt der maritimen Kommunikation im Museum Norddeich Radio. Hier erleben Sie die Geschichte, als Seemänner mit ihren Liebsten über Funk Kontakt hielten, sie Erinnerungen aus der Ferne teilten und die Sorgen des Alltags hinter sich ließen. In unserer Sammlung erwarten Sie originale Funkgeräte, historische Dokumente sowie interessante Ausstellungen zu Funktechnik und Seefahrt. Das Museum bietet nicht nur einen tiefen Einblick in die lokalgeschichtliche Bedeutung der Funkerei, sondern auch einen nostalgischen Rückblick auf die vergangenen Zeiten auf See. (Erstellt mit KI-Unterstützung)
Abertausende mutiger Seefahrer machten sich in der Vergangenheit auf, Ozeane zu überqueren. Und immer, wenn sie die Küste hinter sich ließen, umfing sie ein banges Gefühl der Einsamkeit. Es gab keine Nachrichtenverbindung zum Land - was blieb, war die Hoffnung auf eine glückhafte Reise und eine Wiederkehr nach langem Schweigen.
Der Wunsch mit einem Schiff in den unendlichen Weiten der Meere in Verbindung zu bleiben oder sich mit anderen Schiffen über größere Entfernungen zu verständigen, beherrschte die Seefahrer und die an Land Gebliebenen gleichermaßen. Während im Schiffbau eine stetige Entwicklung stattfand, blieben die Kommunikationsmittel und -verfahren in der Seefahrt auf einem fast mittelalterlichen Stand und beschränkten sich auf Flaggen-, Böller- oder Lichtsignale, die nur auf kurze Distanzen wirkten. Erst mit dem Einsatz der drahtlosen Telegraphie auf See gelang es endlich, eine internationale Ordnung zu schaffen. Die Fortentwicklung der Funktechnik, die vorrangig in den Dienst der Sicherheit des menschlichen Lebens auf See gestellt wurde, führte zu dem weltweit größten Seenotfunksystem auf der Frequenz 500kHz, dass erst 1999 durch das satellitengestützte GMDSS endgültig ersetzt wurde.
Aus dem Buch:
Zur Geschichte der Kommunikation auf See
Das Ende der Einsamkeit
Autor und ehem. Teammitglied von Norddeich Radio: Detlef Hechtel
Verlag CONVENT Hamburg ISBN 978-3-934613-90-4
SOS & Funkwellen einfach erklärt | Terra X plus
Heute ist die drahtlose Kommunikation per Funkwellen nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken: Funkverkehr, Radio, Fernsehen, Mobilfunk. Funkwellen sind heute überall. Und auch die Navigation per GPS wäre ohne sie undenkbar.
Dieses Video ist eine Produktion des ZDF, in Zusammenarbeit mit Bilderfest.
Als der Seemann noch nach Hause funkte
Eine Doku des NDR über die ehemaligen deutschen Küstenfunkstellen.
Mit interessanten technischen Details über den See- und Notfunk bei Katastrophen der Seefahrt, so z.B. beim Untergang der PAMIR, der FIETE SCHULZE und der Suche nach dem Frachtschiff MÜNCHEN.
Die Standorte von Norddeich Radio
Die Geschichte von Norddeich Radio, dem Seefunk und den Küstenfunkstellen
1838
Samuel F. B. Morse (#1) entwickelt, zusammen mit seinem Partner Alfred Vail, (#2) einen frühen Morsecode (#3) (Amerikanischer Morsecode (#4)), der später (1848) von Friedrich Clemens Gerke (#5) verbessert und durch die Länge der Zeichen und Pausen zum heute noch gültigen Standard wird.
Der Morse-Code wird ständig angepasst, so dass heutzutage sogar das at-zeichen (@) übermittelt werden kann.
1886
Am 13. November 1886 gelingt Heinrich Hertz (#6) in einem Experiment die Erzeugung elektromagnetischer Wellen und ihre Übertragung von einem Sender zu einem Empfänger. (Die Bezeichnung Hertz(Hz) gilt als Maßeinheit für die Frequenzangabe.)
1897
Der Italiener Guglielmo Marconi (#7) macht Versuche mit der drahtlosen Telegrafie vor der englischen Kanalküste. Die beiden deutschen Elektrotechniker Adolf Slaby (#8) und sein Assistent Georg Graf von Arco (#9) nehmen ebenfalls daran teil.
1898
Ab 1898 bis 1900 nehmen Jonathan Zenneck (#10) und Ferdinand Braun (#11) in Cuxhaven die ersten Versuche auf deutschem Boden mit drahtloser Telegrafie (#12) vor. Am 24. September 1900 gelingt eine Funkbrücke zwischen Cuxhaven und Helgoland über eine Entfernung von 62 km.
1900
Am 15. Mai 1900 geht die Küstenfunkstelle Borkum (#13) in Betrieb.
Auf Initiative des Norddeutschen Lloyd werden der elektrische Leuchtturm auf Borkum und das Feuerschiff Borkumriff mit einer Marconi-Anlage zur drahtlosen Telegrafie ausgestattet. Borkumriff meldet drahtlos die ankommenden Lloyd-Schiffe. Diese Information wird von Borkum aus per Draht nach Bremerhaven weitertelegrafiert.
Die Station auf Borkum unterliegt dem Marconi-Monopol. Das Unternehmen versucht, den Markt zu kontrollieren, indem es Schiffen, die keine Marconi-Geräte nutzen, den Funkverkehr mit seinen Küstenstationen zu verweigern.
1901
Am 12. Dezember 1901 gelingt Guglielmo Marconi von Poldhu (#14) (Cornwall/südwestlichster Teil Englands) aus, der erste, allerdings unbestätigte transatlantische Funkempfang eines nur sehr kurzen Signals, drei Punkte für den Morsecode des Buchstabens S. Die Empfangsanlage in St. John’s (Neufundland in Nordamerika) kann nur Nachrichten empfangen.
1903
Zusammen mit Georg Graf von Arco und Adolf Slaby gehört Ferdinand Braun zu den Entwicklern des Konzepts von „fahrbaren Stationen für drahtlose Telegraphie zu militärischen Zwecken“, das 1903 in einer praktischen Umsetzung durch AEG (#15) und Siemens & Halske (#16) mündet.
Durch das persönliche Eingreifen des Kaisers wird der Konkurrenzkampf für den Bau und den Absatz von Bordfunkanlagen zwischen den beiden deutschen Firmengruppen “BRAUN/SIEMENS“ und “SLABY/ARCO/AEG“ beendet. Im Jahre 1903 fusionieren diese beiden Gruppen unter dem neuen Namen “TELEFUNKEN“ (#17), um auf dem Weltmarkt ihre Bordfunkanlagen noch besser vermarkten zu können.
Der internationale Konkurrenzkampf zwischen TELEFUNKEN und MARCONI, speziell mit dem neu gegründeten Tochterunternehmen “COMPAGNIE DE TELEGRAPHI SANS FIL“ (#18) in Brüssel, führt zur weiteren Zuspitzung und Einschränkungen der Abwicklung des Funkverkehrs im Seefunkdienst.
Auf Einladung der deutschen Reichsregierung treffen sich Vertreter der Staaten Deutschland, Österreich, Spanien, Vereinigte Staaten von Amerika, Frankreich, Ungarn, Russland, Italien und Großbritannien in Berlin zu einer vorbereitenden Funktelegrafiekonferenz (Preliminary conference on wireless telegraphy) (#19).
Das unsichtbare Netz
Guglielmo Marconi
und die Erfindung der Funktechnik
Guglielmo Marconi
([ɡuʎˈʎɛlmo marˈkoːni]), seit 1924 1. Marchese von Marconi (* 25. April 1874 in Bologna; † 20. Juli 1937 in Rom), war ein italienischer Radio- und Amateurfunk-Pionier sowie Unternehmensgründer der Wireless Telegraph & Signal Company, die später zur Marconi Company wurde. Im Jahr 1909 bekam er für seine praktischen Arbeiten im Bereich der Funktelegrafie gemeinsam mit Ferdinand Braun, der die theoretischen Grundlagen dazu erarbeitete, den Nobelpreis für Physik. [Wikipedia]
Originaltextauszug von 1957 aus der Broschüre
Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Küstenfunkstelle Norddeich Radio 1907-1957
Im Sommer 1905 beschlossen das Reichspostamt und das Reichsmarineamt, an der Nordseeküste eine Funkentelegraphenstation zu errichten. Unmittelbarer Anlass zu diesem Entschluss war ein Vorfall, der den Aufbau eines unabhängigen Deutschen Seefunkverkehrs nunmehr als dringende Notwendigkeit erscheinen ließ: Kaiser Wilhelm II. wollte während einer Mittelmeerreise im Jahre 1905 ein Telegramm nach Deutschland absenden. Sein Schiff, der HAPAG-Dampfer „Hamburg“, war mit einer deutschen Telefunken – Sendeanlage ausgerüstet. Von der Marconi-Empfangsstation auf der Insel Borkum wurde die Annahme des Telegramms verweigert.
In England hatte man schon um die Jahrhundertwende die Bedeutung der drahtlosen Nachrichtenübermittlung für die Seefahrt erkannt. Die großen englischen Passagierschiffe wurden als erste mit Funkanlagen nach dem System Marconi ausgerüstet. Bald folgten auch die deutschen Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg-Amerika-Linie. Gleichzeitig errichteten die Marconi-Gesellschaften eigene Küstenfunkstellen in England und auf dem europäischen Kontinent, die keinen Funkverkehr mit Stationen anderen Systems ausführten. Als die Beförderung des kaiserlichen Telegramms von der Marconi-Station auf Borkum verweigert wurde, entschloss sich das Reichspostamt bereits drei Tage später, sie durch eine deutsche zu ersetzen.
Borkum, als Insel der Nordseeküste vorgelagert, bot sich für die Funkentelegraphenstation nicht nur aus diesem Grund als Standort an. Die bisherigen Erfahrungen mit der drahtlosen Telegraphie auf langen Wellen hatten gezeigt, dass um so größere Reichweiten erzielt wurden, je näher der Sender an der offenen See stand. Aber das Reichsmarineamt machte marinestrategische Bedenken gegen Borkum geltend, und so fiel die Wahl des Senderstandortes schließlich auf ein Sumpfgelände bei Norddeich in Ostfriesland, das unmittelbar hinter dem Seedeich lag und dessen Bodenbeschaffenheit den Fachleuten besonders günstige Erdleitungsbedingungen zu versprechen schien.
Am 15. August 1905 kaufte das Postamt in Norden im Auftrage des Reichspostamts für 16.037 Mark dieses Gelände, auf dem noch heute (*) die Sender der Küstenfunkstelle Norddeich stehen. Es wurde bald mit dem Bau eines zweistöckigen Stationshauses begonnen, das zu ebener Erde die Betriebsräume umschloss: den Telegraphieraum, einen Sammlerraum, einen Maschinenraum, den Umformerraum und schließlich den Hochspannungsraum, in dem der große Sender untergebracht wurde. Es handelte sich um einen der damals gebräuchlichen „Knallfunken-Sender“; er arbeitete so laut, dass der Raum mit einer 20 cm dicken Aschenschicht und einem darübergespannten Filzbelag verkleidet werden musste. Wenn das kleine Fenster des Raumes zum Lüften geöffnet war, war das donnerartige Geräusch der Funken noch in dem über zwei Kilometer entfernten Norddeich so laut zu hören, dass ein Kundiger die ausgesandten Morsezeichen aufnehmen konnte.
(*) Stand 1957
Quelle: Originaltextauszug aus der
Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Küstenfunkstelle Norddeich Radio (#20) 1907-1957
1906
Erste Versuche mit unzureichendem Ergebnis zwischen Norddeich und den Kreuzern „Vineta“ (#21) und „München“ (#22) auf der Fahrt Kiel-Insel Ösel (#23).
Auf der internationalen Funktelegrafiekonferenz (3. Oktober bis 3. November 1906 in Berlin) (#24) schließen 30 Nationen den ersten internationalen Funkvertrag ab.
Eine wichtige Übereinkunft besteht darin, dass Küsten- und Bordstationen verpflichtet werden, Funkverkehr von jeder Funkstation (Marconi oder andere) zuzulassen.
Die Frequenz 500khz (#25) wird für den öffentlichen Nachrichtenaustausch festgelegt.
Das internationale Notzeichen "SOS" (#26) wird eingeführt.
Als Datum für das Inkrafttreten der Vereinbarungen wird der 1. Juli 1908 festgelegt.
1907
20.3. Nach Antennenänderungen Beginn der Abnahmeversuche mit Kreuzer „Vineta“, durch die Ergebnisse dieser Versuche wurde der Vertrag erfüllt.
30.4. Abnahme der technischen Einrichtungen; damit geht Norddeich in den Besitz der Reichspost über.
1.5. Die neue Funkstelle Norddeich wird für den Versuchsverkehr mit der Kriegsmarine freigegeben.
1.6. Aufnahme des öffentlichen Dienstes/allgemeiner öffentlicher Seefunkverkehr. Das Rufzeichen der „Funkentelegraphenstation Norddeich“ ist KND
21.6. – 29.8. Versuche mit dem Fischereikreuzer „Ziethen“, bei denen zuerst Wettermeldungen von der Deutschen Seewarte in Hamburg übermittelt werden.
26.7. Einrichtung des Zeitungsdienstes (Übermittlung von ‚Tagesnachrichten an Schiffe) gegen Entgelt von 200 Mark für eine Reise.
10.10. Norddeich nimmt neben Borkum am Seenotdienst teil.
1910
Die Aussendung von Zeitsignalen und Nachrichten für Seefahrer beginnt.
Norddeich wird selbständige Telegraphenanstalt
1912
4. Juni - 5. Juli Dritte Internationale Funkkonferenz in London. (#27) (Nur Wochen nach dem Untergang der "Titanic" (#28) am 15. April.)
Verkehrspflicht: Jede Bordfunkstelle muss mit jeder anderen Bordfunkstelle (und Küstenfunkstelle) verkehren. Egal welches System (Marconi oder anderes) an Bord ist.
Seenotrufe (SOS) sind auf 500khz zu senden.
Seenotpause (#29) 3 Minuten nach der 15ten und 45ten Minute jede Stunde.
Das Seenotzeichen lautet SOS (im Morsecode ...---... 3xkurz, 3xlang, 3xkurz). Die Marconi-Station der Titanic hatte auch "CQD" benutzt.
Die Funkentelegraphenstation Norddeich erhält ersten Lorenz Sender. Erste Sprechfunkversuche ergeben eine Reichweite von 30 - 40 km.
1913
Die Funkentelegraphenstation Norddeich führt ab dem 1. Juli 1913 das Rufzeichen "KAV" (bisher "KND"), wie es auf der Dritten Internationalen Funkkonferenz in London beschlossen wurde.
1914
Ende der Londoner "Titanic Schiffssicherheits-Konferenz". Ergebnis: "Internationaler Vertrag zum Schutz des menschlichen Lebens auf See" (International Convention for the Safety of Life at Sea, Abk.: SOLAS) (#30)
Am 1. August 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. Die Kriegsmarine übernimmt die Funkstation in Norddeich.
1918
Nachdem alle U-Boote hereingeholt sind, räumt die Marine die Station.
1919
Wiederaufbau. Die Station hat jetzt den Namen Hauptfunkstelle Norddeich und nimmt den öffentlichen Funkverkehr wieder auf.
1920
Norddeich übernimmt von „Nauen“ (#31) die Verbreitung eines umfangreichen Pressedienstes.
1921
Die Hauptfunkstelle wird angewiesen, den Schiffen auf Verlangen Peilzeichen für die Bordpeiler zu senden.
Wiederaufnahme von Meldungen des Fischerei-Schutzbootes über die Lage guter Fanggründe für Heringe (Heringstelegramme).
Ein 1-kW-Röhrensender wird mit Telephoniezusatz ausgerüstet. Der Wetterdienst wird mit ihm funkmündlich ausgestrahlt.
1922
Umfangreiche Versuche mit der „Cap Polonio“ (#32) (Südamerikafahrt).
Langwellenwechselverkehr am Tage bis Eingang der Biscaya, nachts bis Las Palmas.
Der öffentliche ungedämpfte Verkehr (#33) wird zugelassen.
1923
Der Funkverkehr mit der Handelsschifffahrt wird immer umfangreicher. Die Sender der Hauptfunkstelle Norddeich stören die eigenen Empfänger. Eine Trennung von Sende- und Empfangseinrichtung ist notwendig. Am Stadtrand von Norden, in Westgaste, wird deshalb eine provisorische Empfangsanlage gebaut.
1924
Anfang Februar wird die Empfangsfunkstelle (EFuSt) Westgaste in Betrieb genommen.
1925
Ab. 1. Januar wird der Dienst "Seefunkgespräche" eingeführt. Die Empfangsfunkstelle Westgaste ist in der Lage, solche Gespräche auch in das öffentliche Fernsprechnetz zu vermitteln.
Bei der "Sendefunkstelle Norddeich" werden vier 150m hohe Antennen gebaut. Drei davon stürzen in einem Sturm am 25.11. um.
1926
Für Kurzwellenverkehr werden 2 Kurzwellensender und 2 überholte Empfänger eingesetzt.
1927
Weltfunkkonferenz in Washington (4. Oktober bis 25. November 1927) (#34). Der Hauptfunkstelle Norddeich wird das neue Rufzeichen "DAN" zugeteilt (vorher "KAV"). Die Bestimmungen treten am 1. Januar 1929 in Kraft.
1928
Eine Goniometer-Anlage für Richtempfang der Langwellen wird in einer Baracke in der Nähe des Empfangsgebäudes aufgebaut und Ende August in Betrieb genommen.
Lt. Amtsblattverfügung 29/1928 der Reichspost steht bei Funktelegrammen nach See in der Anschrift (an letzter Stelle) die Bezeichnung "Norddeichradio".
Das Luftschiff "Graf Zeppelin" (#35) und später die "Hindenburg" beginnen den Funkverkehr mit Norddeichradio auf Kurzwelle.
1929
1.Januar: Die Bestimmungen der Weltfunkkonferenz in Washington treten in Kraft.
April/Mai: Zweite Schiffssicherheitskonferenz (auch zweite Titanic-Konferenz genannt) in London. Die verabschiedete "Internationale Konvention zur Sicherung des Lebens auf See" (International Convention for the Safety of Life at Sea (SOLAS) ersetzt die vom 20. Januar 1914, die wegen des Kriegsausbruches nicht ratifiziert werden konnte.
Nach Inkrafttreten der Bestimmungen der Weltfunkkonferenz in Washington hat Norddeichradio ab 1. Januar 1929 das Rufzeichen "DAN".
Die Empfangsfunkstelle Westgaste erweist sich als zu nahe an der Stadt Norden gelegen. Die um sich greifende Industrialisierung, mit den immer zahlreicher eingesetzten Elektromotoren und die immer stärker in die Haushalte kommenden Elektrogeräte - damals noch nicht "funkentstört" - verursachen einen chaotischen "Störnebel". Die Empfangsstation muss verlegt werden.
1930
Für die neue Empfangsfunkstelle kauft die Reichspost ein Grundstück in Utlandshörn. Am 1. August 1930 wird mit der Errichtung eines neuen Empfangshauses und der zugehörigen Antennenmasten begonnen.
Am 8. Dezember 1930 wird der Empfangsbetrieb aus Westgaste in das neue Empfangsgebäude in Utlandshörn überführt.
Das Flugboot DO-X (#36) hat eine DEBEG-Funkstation an Bord und kann Telegramme über Norddeichradio absetzen.
1934
Die Hauptfunkstelle Norddeich wird verwaltungsmäßig dem Telegraphenamt in Emden als Zweigstelle zugeteilt.
In der Sendestelle Norddeich stehen jetzt 9 Sender zur Verfügung.
1935
Alle Gespräche von See werden auf den Fernsprechlinien als „dringend“ behandelt, um längeres Warten der Schiffe zu vermeiden.
1936
Alle deutschen Fahrgastschiffe haben jetzt Kurzwelle.
Die Seenot-Frequenz 500khz wird bei Norddeichradio ständig abgehört.
1937
Die Zuordnung von Norddeichradio zum Telegrafenamt Emden wird aufgehoben.
1938
Hafenkonzert des Reichssenders Hamburg mit Funktelefongesprächen über Norddeichradio und Fahrgastschiffen auf dem Atlantik.
Starker Funkverkehr mit den Walfangschiffen in der Antarktis über Kurzwelle.
1939
Ab 25.8. sendet die Hauptfunkstelle Norddeich „QWA-Nachrichten“ (Weitergabenachricht an alle) zur Unterrichtung der deutschen Handelsschiffe über wichtige politische Ereignisse.
Die deutschen Seefunkstellen stellen den Funkverkehr ein.
Im September Aufstellung eines Marinekommandos „Marinenachrichtenoffizier (MNO) Norddeich“.
Im Sommer 1939 wird, 5km nordöstlich von Norden, der Großrundfunksender Osterloog (#37) mit einer Leistung von 100kW errichtet. Name der Station „Rundfunksender Bremen“. Er ist der Hauptfunkstelle Norddeich unterstellt. Durch eine Richtantennenanlage ist die Leistung in Richtung Mittelengland um das Dreifache erhöht.
Ab dem 5. Oktober beginnt der Sender seine aus Berlin stammenden fremdsprachlichen Sendungen.
1945
Am 5.5. um 20:20Uhr stellt der Rundfunksender Bremen (Osterloog) den Betrieb ein.
Am 6.5. besetzen britische Truppen die Sendefunkstelle Norddeich und den Rundfunksender Bremen (Osterloog).
Am 12.5. wird die Empfangsfunkstelle Utlandshörn von britischen Truppen besetzt.
Am 5.6. nimmt Osterloog als Sender für die „British Liberation Army I“ den Betrieb wieder auf.
2 KW- und 2 MW-Sender werden für die britische Truppenbetreuung eingesetzt.
1946
Die britische Wache verlässt die Sendefunkstelle.
Wiederinbetriebnahme der Peilfunkstelle Norderney.
1947
Fester Funkverkehr mit Südamerika aufgenommen.
1948
Übernahme des Überseefunkdienstes der Übersee-Funkempfangsstelle Lüchow (#38).
Der Sender Osterloog wird vom Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) übernommen.
1949
Funksprecheinrichtungen in Utlandshörn aufgestellt.
Aufnahme des Seefunksprechdienstes auf Grenzwelle
Es werden wieder nautische Warn-Nachrichten auf Mittel- und Grenzwelle verbreitet.
Einführung von gebührenfreien Funkarztgesprächen (Medico-Gespräche).
Einseitiger Funkdienst auf Kurzwelle aufgenommen
1950
Die Peilfunkstelle Norderney wird außer Dienst gestellt. Die Peilfunkstelle Norddeich Gonio wird in der Empfangsfunkstelle in Utlandshörn in Betrieb genommen.
Der einseitige Funkdienst wird auf Grenzwelle (A3/Sprechfunk) und Lang-/Kurzwelle (A1 Telegraphie/Morsefunk) wieder eingeführt.
Norddeichradio nimmt die Aussendung von Zeitsignalen des DHI Hamburg wieder auf.
Der Pressedienst des Bundespresseamtes Bonn für Seefahrer wird aufgenommen.
25. Dezember: Seefunkgespräche über Norddeichradio werden zum ersten Mal in ein Hafenkonzert des NWDR Hamburg eingebunden.
1951
Der Überseefunkdienst wird wieder an Lüchow abgegeben. Norddeich Radio ist wieder eine reine Küstenfunkstelle.
Auf den Funkuhren werden zu den Sektoren für Funkstille auf 500khz zwei weitere Sektoren für die Funkstille auf Grenzwelle markiert. Jede Stunde um hh:00-hh:03 und hh:30-hh:33) ist nur Notverkehr erlaubt.
1952
Die Hauptfunkstelle Norddeich wird "Funkamt Norddeich Radio".
1953
Das Peilfunknetz Nordsee (#39) wird auf U-Adcock-Antennensystem umgestellt.
Neue Seenot- und Anruffrequenz wird 2182 kHz (bisher 1650 kHz).
Auch die Arbeitsfrequenzen für die Verbindung mit Norddeichradio sind neu: 2023/2614 kHz und 2481/1799 kHz.
Die Aussendung der Schiffspresse (CQ-Presse) des Bundespresseamtes durch Norddeichradio wird eingestellt.
"Gruß an Bord" (#40) wird erstmals an Heiligabend über die Küstenfunkstelle Norddeich Radio ausgestrahlt.
1954
Die Schiffspresse des „Hamburger Abendblatt“ im Auftrag des Verbandes deutscher Reeder wird eingeführt.
1955
Umbaumaßnahmen in Utlandshörn. Die Arbeitsplätze der Betriebszentrale/Empfangsfunkstelle werden provisorisch auf dem Dachboden untergebracht.
1956
Im Kurzwellentelegrafiefunkdienst von Norddeichradio werden die Rufzeichen DAN (1. Frequenzreihe), DAM (2. Frequenzreihe) und DAL (3. Frequenzreihe) verwendet.
Für die Funktelephonie gelten die Rufzeichen DAJ und DAK.
Norddeich Radio wird an das Telegramm-Wählnetz (Tgw) angeschlossen.
1957
Das Funkamt Norddeich wird mit Wirkung vom 31. Dezember 1956 aufgehoben. Die Küstenfunkstellen Kiel Radio (#41) und Norddeich Radio, die Peilfunkstellen Norddeich Gonio (#42) und St. Peter-Ording Gonio, sowie die Dienststelle Funkdienstbeobachter (See) sind zusammen mit Elbe-Weser Radio (#43) und Elbe-Weser Gonio dem Funkamt Hamburg unterstellt. Alle Angelegenheiten des Küsten- und Peilfunkdienstes, die bisher durch die Oberpostdirektionen (OPDn) Bremen und Kiel bearbeitet wurden, werden künftig von der OPD Hamburg erledigt.
Norddeichradio nimmt die neue Telefunken-Rundstrahl-Antenne mit dem Spitznamen „Papst-Finger“ auf Turm III der Sendefunkstelle Norddeich in Betrieb.
Inbetriebnahme der neuen Empfangseinrichtungen und Überleitstellen für den Sprechfunkdienst auf Grenz- und Kurzwelle in den umgestalteten Räumen.
3. Mai: Norddeichradio feiert das 50-jährige Jubiläum.
21. September: Das Segelschulschiff (Viermastsegelschiff) PAMIR Rufzeichen DKEF (#44) sinkt westsüdwestlich der Azoren in einem Hurrican.
hier spricht norddeichradio
50 Jahre deutscher Seefunk
Ein Film von 1957
Aus der Reihe
NDR Retro
dem Archiv des NDR
1958
Norddeichradio übernimmt auf Mittel- Und Grenzwelle den Telegramm- und Gesprächsverkehr, die Ausstrahlung der Sonderfunkdienste und den Peilfunkdienst von Elbe-Weser-Radio.
Aufnahme des UKW (Ultrakurzwelle) Sprechseefunkdienstes bei Norddeichradio. Sprechwege: Kanal 16 (Anruf und Sicherheit) und Kanal 26 (Arbeitssprechweg).
1959
Norddeichradio beendet Aussendungen auf der Langwelle (125 kHz). Das Zeitzeichen wird jetzt auf Grenz- und Kurzwelle abgestrahlt (2614 kHz und DAM-Frequenzen).
In Utlandshörn wird bei der Empfangsfunkstelle ein Anbau für den Leitstellen- und Fernschreibdienst in Betrieb genommen. Gleichzeitig sind drei neue Betriebsplätze für den Sprechseefunkdienst auf Kurzwelle eingerichtet worden.
1960
Norddeichradio bekommt einen fünften Sprechweg auf der Grenzwelle mit dem Frequenzpaar: 3161 und 2848 kHz.
Vier 60m hohe Stahlgittermasten von 1906 werden bei der Sendefunkstelle Norddeich abgebaut.
1961
Inbetriebnahme der fernbedienbaren Sichtfunkpeilanlage der Firma C. Plath durch das Peilfunknetz Nordsee.
Für den UKW- und den Richtfunk bekommt die Empfangsstelle Utlandshörn jetzt einen 60 m hohen Stahlmast.
1962
In Dänemark wird bei Blaavand Radio/OXB eine Peilstelle errichtet, die beim Ausfall der britischen und evtl. der holländischen Peilstellen für die Seenotpeilung in der Deutsche Bucht mit Norddeich Gonio zusammenarbeiten soll.
Erste Versuche bei Norddeichradio für den Sprechfunkverkehr im Einseitenband-Verfahren auf Kurzwelle.
1963
Der Selbstwählferndienst im Seefunksprechdienst wird bei Norddeichradio eingeführt.
Erste Versuche mit dem von Siemens entwickelten Mehrton-Selektivrufverfahren SSFC (Sequential Single Frequency Code) auf Kurzwelle.
1964
Durch neue Dienste, neue Anlagen und dem wachsenden Verkehr werden die alten Räume in der Sendefunkstelle Norddeich zu eng. Die Post kauft im Juni 1964 das 23 Hektar große Gelände und das Gebäude des ehemaligen Großrundfunksenders Osterloog vom Norddeutschen Rundfunk zurück. Zusätzlich werden 35 Hektar dazugekauft. Nach entsprechendem Ausbau werden die Aufgaben der Sendefunkstelle Norddeich nach und nach zur Sendefunkstelle Osterloog verlagert.
1965
Erstmals Bildübertragung durch Norddeich Radio anlässlich des Besuchs der englischen Königin Elisabeth.
1966
Zuordnung von neun Sendern der Überseesendefunkstelle Elmshorn zum Seefunkdienst mit uneingeschränktem Zugriff durch Norddeich Radio.
1967
Erste Funkfernschreibversuche zwischen Norddeichradio und einer Seefunkstelle.
1. Mai: Norddeich Radio veranstaltet einen 'Tag der offenen Tür" bei der Sendefunkstelle Norddeich aus Anlass des 60. Geburtstages mit fast 5000 Besuchern.
Juni: Wegen einer Blockade des Suezkanals in Folge des "Sechstagekrieges" zwischen Israel und Ägypten liegt im Großen Bittersee ein Konvoi von 14 Frachtschiffen fest. Darunter die Hamburger Schiffe "Münsterland" und Nordwind".
Bei Norddeichradio wird die Fernwirkanlage erweitert. Dadurch können verstärkt auch die Sender der Sendefunkstelle Sahlenburg (Elbe-Weser-Radio) durch Norddeichradio auf Grenz- und Kurzwellen-Frequenzen eingesetzt werden.
1968
Erste Funkfernschreibversuche im Siemens ARQ Verfahren mit dem Kernenergieforschungsschiff „Otto Hahn" / DAOH in die Ostsee. Das Siemens ARQ Verfahren wird später zugunsten des Philips-SITOR Verfahrens aufgegeben.
1969
Neuer Sendeplan für Funkpresse, täglich zweimal auf jeweils zwei Frequenzen.
1970
Aufnahme des Selektivrufverfahrens für Seefunkstellen auf Mittel-, Grenz-, Kurzwelle und Ultrakurzwelle (UKW).
23. November: Die Sendefunkstelle (SFuSt) Norddeich stellt nach fast 64 Jahren (63 Jahre und 207 Tage) ihren Dienst für die Seefahrt ein.
1971
Einrichtung eines Funkfernschreibvermittlungsplatzes bei Norddeich Radio. Erste Erprobung des SITOR-Systems (SImplex Teletype Over Radio) (#45).
1972
Offizielle Aufnahme des Funkfernschreibdienstes bei Norddeich Radio.
1973
Norddeichradio nimmt am AMVER (Automatic Mutual Assistance Vessel Rescue System) (#46) der US-Coast Guard teil.
Bei der Sendefunkstelle Osterloog werden zwei logarithmisch-periodischen Richtantennen in Betrieb genommen.
August: Beginn der Bauarbeiten für den Erweiterungsbau der Empfangsfunkstelle in Utlandshörn.
1.September: Bundeskanzler Willy Brandt besucht Norddeichradio und richtet über Funk einen Gruß an die „lieben Landsleute auf See“.
Letzte Funkpresse über die Sendestelle Norddeichradio.
1974
Bei der Sendefunkstelle Osterloog erfolgt die Abnahme und Inbetriebnahme der Drehsteuerung für die logarthmisch-periodischen Antennen 2 und 4. Am Ende des Monats erfolgt die Inbetriebnahme der ersten Diskone-Antenne.
Der Sammelanruf bei Norddeichradio wird jetzt einheitlich (stündlich h+45) auf UKW, GW und KW abgestrahlt.
Für Radiotelex werden zwei neue Vermittlungsplätze in Betrieb genommen.
18. September: Richtfest für den Erweiterungsbau der Empfangsfunkstelle Utlandshörn.
Norddeichradio erhält zwei Diskone Antennen mit kegelförmiger Antennenverdrahtung, die schon im April in Betrieb genommen werden. Dazu kommt eine Richtantennenanordnung aus acht 26 m Masten. Jede dieser kreisförmig angeordneten Einzelantennen deckt einen Empfangswinkel von 45 Grad ab.
1975
14. Januar: Bei der alten Sendefunkstelle Norddeich wird der letzte 120-m-Turm abgebaut.
Die Speicherung von Telexnachrichten Land-See wird der Küstenfunkstelle Norddeichradio genehmigt.
Norddeichradio führt versuchsweise ein Direktanrufverfahren für Funk-Fernschreiben auf der Grenzwelle ein.
Bei Norddeichradio werden die neuen acht logarithmisch-periodischen Antennen in Betrieb genommen. Daneben sind in Utlandshörn die beiden Diskoneantennen und der 60m Stahltum für UKW und Richtfunk markante Erkennungszeichen.
1976
Versuchsweise wird eine Hörbereitschaft für den Funk-Fernschreib-Verkehr auf Kurzwelle eingeführt.
Ein neuer Sichtfunkpeiler (Plath SFP 5000) wird in Betrieb genommen.
Beginn der Umrüstung der Empfangsarbeitsplätze mit neuen Telefunken Empfängern E 1506, welche die EK 70 ablösen sollen.
Dezember: Norddeichradio wickelt auf Kurzwelle Sprechseefunkdienst mit deutschen Seefunkstellen auf der Donau ab.
Erste Funkverbindung Schiff-Land über geostationäre Satelliten. Die „Deep Sea Explorer" vor Madagaskar telefoniert über den MARISAT-Satelliten und die Küsten-Erde-Funkstelle (CES) Southbury/USA mit einem Telefonanschluss in den Vereinigten Staaten.
Dezember: Weltweit gibt es 34 Schiffe mit einem Satellitenterminal für die Kommunikation über die drei MARISAT /MARECS- Erdtrabanten.
1977
Seefunkdienst über Satelliten: Der MARISAT Seefunkdienst (Funkgespräche und Funktelexverbindungen) von und zu Schiffen im Atlantik und Pazifik ist von Deutschland aus möglich.
Die Kosten dafür sind aber noch hoch:
3 Minuten Telefonie je nach Tageszeit DM 124,20 oder 132,00 DM und 3 Minuten Funktelex ca. DM 75.-
Der Meldeplatz für die Anmeldung von Seefunkgesprächen Land-See wird (in Utlandshörn) in Betrieb genommen. Norddeichradio ist unter der kostenlosen Rufnummer 01211 zu erreichen.
Die Küstenfunkstelle Norddeich Radio gibt es jetzt seit 70 Jahren!
1978
Umstellung des Kurzwellen Sprechseefunkdienstes auf Einseitenbandbetrieb bei Küsten- und Seefunkstellen.
1. August: Durch Zusammenlegung des Funkamts und des Telegrafenamts Hamburg zum Fernmeldeamt (FA) 6 Hamburg, ist Norddeichradio jetzt dem FA 6 Hamburg unterstellt.
Dezember: Der deutsche Frachter München Rufzeichen DEAT (#47) wird im Nordatlantik vermisst. Trotz einer internationalen Suchaktion kann der Verbleib des Schiffes nicht eindeutig geklärt werden.
1981
24. Februar: Die Georg-von-Neumayer-Station (deutsche Forschungsstation in der Antarktis) (#48) wird in Betrieb genommen. Der Funkverkehr wird auch über Norddeichradio abgewickelt.
16. November: Inbetriebnahme des neuen Anbaus des Betriebsgebäudes in Utlandshörn mit neuer Technik und neuen Arbeitsplätzen.
1982
Aus MARISAT wird INMARSAT (International Maritime Satellite Organization) (#49).
Aus dem Netz der Deutschen Bundespost können Telexverbindungen zu Schiffen über INMARSAT direkt hergestellt werden.
Norddeichradio stellt handvermittelte Telefonverbindungen über Inmarsat her. Ein Anruf am Meldeplatz (über die Rufnummer 01211, oder einem Fernamt) wird direkt durchgestellt.
Norddeichradio feiert 75jähriges Bestehen:
1. Mai: 75Jahre Küstenfunkstelle Norddeichradio
1. Juni: 75Jahre öffentlicher Seefunkdienst über Norddeichradio.
"Tag der Offenen Tür" in Utlandshörn
1985
Norddeich Radio übernimmt von Elbe-Weser Radio die Überwachung der Seenotfrequenzen 2182kHz und 500 kHz, die Plätze werden von Norddeichradio fernbedient.
1988
Aus dem Netz der Deutschen Bundespost sind Satellitengespräche per Selbstwahl über die Küsten-Erde-Funkstellen (#50) Goonhilly(GB) für den Atlantik, Santa Paula(USA) für den Pazifik und Eik(Norwegen) für den Indischen Ozean, möglich.
1989
In der Bundesrepublik wird das Telegrammdienstsystem (TDS) eingeführt.
Die Telegrammbetriebsstelle in Utlandshörn wird zur Zentralen Telegrammbetriebsstelle (ZTBSt). Die Arbeitsplätze (Terminals/Drucker) sind mit dem Zentral-Rechner in Frankfurt am Main verbunden.
Die Deutsche Bundespost wird im Zuge der Ersten Postreform in die drei sog. „öffentliche Unternehmen“ aufgeteilt:
- Deutsche Bundespost Postbank
- Deutsche Bundespost Postdienst
- Deutsche Bundespost Telekom
Somit gehört Norddeichradio jetzt zur Deutschen Bundespost Telekom.
9. November 1989: Die Öffnung der Berliner Mauer leitet die deutsche Wiedervereinigung ein.
1991
Norddeichradio übernimmt die Kurzwellentelefonie von Rügen Radio (#51).
1993
Das FA (Fernmeldeamt) 1 Hamburg wird aus den FA 1 Hamburg und FA 6 Hamburg neu gebildet. Norddeichradio gehört jetzt zum FA 1 Hamburg.
1994
Norddeichradio beendet die Aussendung nautischer Warnnachrichten, Wettermeldungen und den öffentlichen Funkverkehr auf Mittelwelle (511,5khz). Die Seenotfrequenz 500 kHz wird weiter beobachtet.
Im Zuge der Zweiten Postreform werden die Geschäftsbereiche der Deutschen Bundespost privatisiert.
Es entstehen:
- Deutsche Post AG aus dem Bereich Deutsche Bundespost Postdienst (gelbe Post)
- Deutsche Postbank AG aus dem Bereich Deutsche Bundespost Postbank (blaue Post)
- Deutsche Telekom AG aus dem Bereich Deutsche Bundespost Telekom (graue Post)
Somit ist Norddeichradio jetzt eine Küstenfunkstelle der Firma Deutsche Telekom AG.
Die Küstenfunkstelle Kiel Radio wird abgeschaltet. Die Aufgaben (Grenzwelle und UKW) übernimmt Rügen Radio.
Rügen Radio stellt den Kurzwellenverkehr ein.
1995
Am 31. Dezember um Mitternacht beendet Norddeichradio/DAN den Mittelwellen-Morsefunk. Die Hörbereitschaft für den SAR-Bereich wird durch Blaavandradio/OXB wahrgenommen.
Die letzte Aussendung:
cq de dan =
this is the last announcement on 500 khz:
Norddeich radio/dan will close the medium wave telegraphy service and the security watch on 500 khz now. OXB will maintain watch on 500 khz for german sar area +
de dan + nw cq de dan nw cl cl for ever sk 73 tz sk
1996
30.September: Um 18.00 UTC letzte Aussendung in Morsetelegrafie von Norddeichradio.
cq de dan/dam/dal/daf =
this ist the last announcement from norddeich radio in morse code stop we now close the radiotelegraphy service on hf stop thanks to all our friends and customers cultr agn on telephony by by + + sk
Am gleichen Tage wird der Funktelexbetrieb auf Kurz- und Grenzwelle eingestellt.
30. November: Bei Norddeichradio wird der Kurzwellen-Telefonie-Funk-Dienst eingestellt.
Elbe-Weser Radio wird geschlossen.
Rügen Radio wird geschlossen.
21. Dezember: Norddeichradio schließt die Grenzwellen-Telefonie.
Damit hat die Küstenfunkstelle bis auf UKW (mit der Fernbedienung von Elbe-Weser- und Rügen-Radio mit den angeschlossenen Stationen) alle anderen Dienste für den Seefunk aufgegeben.
1997
Bei Norddeichradio wird mit der Einstellung des SITOR-Funktelex-Verkehrs der letzte noch in Betrieb befindliche Sender abgeschaltet.
1998
Dezember: Das MRCC Bremen übernimmt die UKW-Anrufkanäle 16 (analog) und 70 (digital).
Am 31. Dezember stellt die Deutsche Telekom AG den von Norddeichradio für die Nord- und Ostsee fernbedienten UKW-Seefunkdienst ein. Ab Mitternacht sind alle Dienste bei Norddeich Radio beendet.
Letzte Sprechfunk-Aussendung am 31.12.1998 um 24:00Uhr
„…. this is norddeich radio
good-bye forever, over and out”
Die Küstenfunkstelle Norddeich Radio ist ab sofort Vergangenheit.
31.12.1998
Unser Kollege Wolfgang sendet die letzten Worte über alle UKW-Küstenfunkstellen an der Nord- und Ostseeküste:
"… this is Norddeich Radio - Norddeich Radio - Norddeich Radio
we will say goodbye - goodbye now - goodbye forever - over and out"
Danach ist Stille...
Links
Viele Informationen zu Norddeich Radio, den Küstenfunkstellen, dem Seefunkdienst und dem Telegrammdienst finden sie auch auf norddeichradio.info
(#1) Wikipedia: Samuel F. B. Morse
(#2) Wikipedia: Alfred Vail
(#3) Wikipedia: Morsecode
(#4) Wikipedia: Amerikanischer Morsecode
(#5) Wikipedia: Friedrich Clemens Gerke
(#6) Wikipedia: Heinrich Hertz
(#7) Wikipedia: Guglielmo Marconi
(#8) Wikipedia: Adolf Slaby
(#9) Wikipedia: Georg Graf von Arco
(#10) Wikipedia: Jonathan Zenneck
(#11) Wikipedia: Ferdinand Braun
(#12) Wikipedia: Telegrafie
(#13) Wikipedia: Küstenfunkstelle Borkum
(#14) Wikipedia: Poldhu
(#15) Wikipedia: AEG
(#16) Wikipedia: Siemens & Halske
(#17) Wikipedia: TELEFUNKEN
(#18) Wikipedia: COMPAGNIE DE TELEGRAPHI SANS FIL
(#19) Wikipedia: Vorbereitende Funktelegrafiekonferenz, Berlin 1903
(#20) Wikipedia: Küstenfunkstelle Norddeich Radio
(#21) Wikipedia: Vineta (Schiff, 1899)
(#22) Wikipedia: München (Schiff, 1905)
(#23) Wikipedia: Saremaa (Ösel)
(#24) Wikipedia: Internationale Funktelegrafiekonferenz, Berlin 1906
(#25) Wikipedia: 500 kHz
(#26) Wikipedia: SOS (Notsignal)
(#27) Wikipedia: Dritte Internationale Funkkonferenz
(#28) Wikipedia: Titanic (Schiff)
(#29) Wikipedia: Seenotpause
(#30) INTERNATIONAL MARITIME ORGANIZATION (IMO): International Convention for the Safety of Life at Sea, Abk.: SOLAS
Wikipedia: International Convention for the Safety of Life at Sea
(#31) Wikipedia: Großfunkstelle Nauen
(#32) Wikipedia: Cap Polonio
(#33) Wikipedia: Continuous wave (Ungedämpfte Welle)
(#34) Internationale Fernmeldeunion (ITU): Weltfunkkonferenz in Washington
(#35) Wikipedia: Zeppelin
(#36) Wikipedia: Doernier Do X
(#37) Wikipedia: Sender Osterloog
(#38) Wikipedia: Übersee-Funkempfangsstelle Lüchow
(#39) Wikipedia: Peilfunknetz Nordsee
(#40) Wikipedia: Gruß an Bord
(#41) Wikipedia: Kiel Radio
(#42) Wikipedia: Norddeich Gonio
(#43) Wikipedia: Elbe-Weser Radio
(#44) Wikipedia: Pamir (Schiff)
(#45) Wikipedia: SITOR-System
(#46) Wikipedia: Automated Mutual-Assistance Vessel Rescue System (AMVER)
(#47) Wikipedia: München (Schiff, 1972)
(#48) Wikipedia: Georg-von-Neumayer-Station
(#49) Wikipedia: INMARSAT
(#50) Wikipedia: Küsten-Erde-Funkstellen
(#51) Wikipedia: Rügen Radio
































